Mrz 05

Die Blitzerwarner

„Vollidiot auf der A94! Mit überhöhter Geschwindigkeit fährt auf der linken Fahrspur der Bundesautobahn A94 ein PKW in Richtung Osten. Der Drängler versucht mit Lichthupe und blinken vorausfahrende Autos zum verlassen der Fahrspur zu bewegen. Die Polizei ist verständigt“
So eine Meldung wünschte ich mir mal von den Radiosendern. Stattdessen biedern sich die Rundfunkstationen in einer erbärmlichen Art und Weise an:
„Peter hat einen Blitzer gemeldet. Aus einem weissen Caddy in der Landshuter Allee stadtauswärts wird fotografiert.“ Eigentlich höre ich gerne und oft Radio, aber wenn solche Meldungen kommen, frage ich mich dann. ‚Was für ein Idiot ist wohl Peter?‘ Und welche Art von Service wird hier auch mit öffentlichen Geldern gefördert? Unfassbar!
Niemand mag Raser und Drängler. Aber irgendwie scheint sich das Hirn abzuschalten, wenn man meint, man kann sich verbünden gegen die ‚Abzocker‘ der Polizei. Zumindest ist das ein Erklärungsversuch. Was sonst könnte jemanden dazu bringen, die Gefährder der Verkehrssicherheit auch noch zu warnen?

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Die hatten alles unter Kontrolle, leider gabs keinen Blitzerwarner

Nun ist es ja nicht so, dass nicht schon erwiesen wäre, dass überhöhte Geschwindigkeit eine der Hauptursachen für Unfälle und Unfälle mit Todesfolge ist. Und dennoch lassen sich Radiosender instrumentalisieren und helfen dabei, dass die Verursacher seltener zur Rechenschaft gezogen werden. Sehr traurig.

 

Wenn es nach mir ginge (mich fragt aber wohl niemand), wäre ich viel radikaler:
Jedes Fahrzeug wäre mit einem Fahrtenschreiber ausgestattet. Sobald das Fahrzeug die angegebene Höchstgeschwindigkeit überschreitet wird das Bußgeld automatisch vom Konto abgebucht (Schäuble spitzt die Ohren …) . Peter und andere Blitzwarner müssten ein Jahr lang mit einem Aufkleber ‚Vollidiot‘ auf der Heckscheibe rumfahren. Radiosender auf der anderen Seite wären verpflichtet, nur Meldungen die tatsächlich zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beitragen, zu verbreiten. Radiomoderatoren, die dennoch Blitzerwarnungen verbreiten, würden zu Sozialstunden in Unfallstationen oder beim Notarzt verpflichtet.

Zu schnell fahren ist kein Kavaliersdelikt sondern eine Gefahr und niemand sollte das unterstützen!

Dez 14

Musterbrecher brechen Muster

Musterbrecher – das Buch

Musterbrecher sind – so die Autoren – Personen, die etwas anders machen, also wie der Name sagt, bestimmte Muster durchbrechen. Die Muster beziehen sich dabei auf Routinen und betrieblichen Abläufe, die zwar gewohnt und effizient sind aber in der Regel jede Art von Innovationen verhindern. Das Phänomen kenne ich zu gut, nicht nur von Siemens , auch viele andere Organisationen habe ich kennengelernt als Innovationsverhinderungsinstitutionen.

Dass ich mich in die Reihe der sogenannten Musterbrecher einreihen darf, ehrt mich natürlich. Bei der Bucherstellung wurde ich zum Thema Innovationen interviewt. Es war eine spannende Erfahrung und umso mehr freut es mich, dass nun bei der Erstellung des Kalenders für 2015 wieder das Thema Innovation zum Zug kam und ich wieder erwähnt wurde.

Musterbrecher – der Kalender für 2015

Das Juli-Kalenderblatt: Vorderseite und Rückseite:

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2014-12-30 Musterbrecher002Um Innovationen zu starten, sollte man natürlich nicht erst bis Juli 2015 warten. Falls Sie Inspirationen suchen oder eben Musterbrecher, dann sollten Sie / sie sich hier melden

Okt 30

Das Gehalt meines Chefs

Der oberste Chef in meiner Firma – Hr.Löscher – verdient ungefähr das einhundertfache (also 100 mal mehr) von dem was mir die Firma so überweist. Es ist nicht einfach, diese Erkenntnis in mein Weltbild einzuordnen. Zum einen muss man wissen, dass ich mit meinem Gehalt keine Not leide. Zum anderen hilft vielleicht der Vergleich, dass mein CEO für ungefähr zwei Arbeitstagen einen finanziellen ‚Ausgleich‘ bekommt, den ich als Jahresgehalt bezeichne oder anders ausgedrückt: Ich müsste ca. 100 Jahre arbeiten, um das Jahresgehalt meines Ober-Ober-Chefs zu bekommen.
Nun ist es nicht so, dass ich neidisch bin. Ich finde, wenn jemand viel arbeitet und viel zum Erfolg der Firma beiträgt, dann soll er auch richtig viel verdienen. Aber sind diese Dimensionen noch menschlich? Kann man das noch rechtfertigen? Da der CEO erst seit etwas mehr als einem Jahr überhaupt in der Firma arbeitet, kann er also zum Erfolg (oder auch Mißerfolg) noch nicht so richtig viel beigetragen haben. Da können schon Zweifel an der Angemessenheit der Vergütung kommen. Nun muss man die Dimension des Gehalts und die Differenz zu den ’normalen‘ Gehältern schon als göttlich bezeichnen. Noch viel krasser hingegen ist die Entwicklung des Gehalts über die letzten Jahre. Während sich die Gehaltsstruktur im Konzern minimal entwickelt hat, haben sich die Vorstandsbezüge vervierfacht! Vervierfacht! Da kann man nur gratulieren! Mit Erfolg oder dem Beitrag für die Firma kann es wohl kaum zu begründen sein, denn da ist kein Zusammenhang erkennbar.
Kann man an der Differnz der Gehälter ablesen, inwieweit der Chef die Bodenhaftung verloren hat? Weiterhin würde mich interessieren, ob sich Loyalitäts- und Motivationsverluste in der Belegschaft ob solcher Exzesse beziffern lassen.
Ich mag meine Firma und arbeite gern dort. Aber ich schäme mich für einen Chef, der ohne weiteres in das Klischee des raffgierigen Managers passt.