Jan 01

Fehler oder ‚Ich wars nicht‘

Mit den Fehlern ist das so eine Sache. Niemand mag sie so richtig und trotzdem spielen sie so eine große Rolle in unserem Leben. Im Moment machen der Fehler ja richtig Karriere. Es gibt ein (gutes) Buch: Das Black-Box-Prinzip. Warum Fehler uns weiterbringen (von Matthew Sied). Einerseits hat sich rumgesprochen, dass man sehr viel lernen kann aus Fehlern

Und dann gibt es jedoch noch diese Postings (bei Twitter, Facebook, etc), die Einstein oder andere Prominente mit einem Zitat zeigen: z.B. Wer noch nie einen Fehler gemacht hat, hätte noch nie etwas Neues probiert. Das geht natürlich runter wie Öl und es gibt wohl kaum jemand der da nicht zustimmen könnte (heftiges Klicken und Teilen an der Stelle). Die Klick-Kultur vermeidet so schön den tatsächlichen Konflikt.

Was ich in dem Zusammenhang dann oft irritierend finde, wie dann tatsächlich mit Fehlern umgegangen wird. Plötzlich macht niemand Fehler, genau die, die vorher so lustig angeklickt haben sind die ersten die sagen „Ich war es nicht!“ Kaum einer / eine kann sagen: „Ich habe es verbockt!“ Warum, hat schon Nietzsche gewusst: „Das habe ich getan, sagt mein Gedächtnis. Das kann ich nicht getan haben, sagt mein Stolz und bleibt unerbittlich. Endlich – gibt das Gedächtnis nach.“ Also, der Stolz ist der Feind eines ehrlicheren Umgangs mit Fehlern – sowohl privat als auch in den Unternehmen. Da wird ja gern von Fehlerkultur gesprochen, die dann fallweise verbessert werden muss (wie auch immer das geschehen soll, bleibt gern vage im Dunkeln).

Wäre das nicht ein guter Vorsatz für 2017: Einfach mal sagen: „Ja, ich war es“ Das zeigt doch Größe.

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Okt 05

Verrückte Dinge …

‚Was war das Verrückteste, was du in deinem Leben gemacht hast?‘ Diese Frage stelle ich vielen Menschen. Die Antworten sind verblüffend, erstaunlich, ‚Verrückte Dinge … “ sind dann zum Teil gar nicht so verrückt und oft erschreckend normal und unoriginell.12a4a1e3185f1caf3d45c881af8d2b41
Dieser Tage hat sich ein Liebespärchen in einem IKEA einschließen lassen. Das ist verrückt! Aber nicht Astronautenbettwäsche kaufen oder sich einen teuren Mietwagen leisten. Schwarzfahren gehört auch nicht dazu. Sex auf der Flugzeugtoilette schon eher. Ich denke, es ist auch verrückt, wegen einem Fußballspiel nach Brasilien zu fliegen oder mit einem Auto auf zwei Rädern durch eine Kurve zu fahren. Für manche grenzt es fast an Wahnsinn, wenn sie ohne Krawatte in die Arbeit gehen und es sind dann auch genau die, die dann gerne Steve Jobs zitieren „stay hungry, stay foolish„. In der Angepassheit ist der Gedanke an Steve Jobs schon verrückt aber meilenweit von der Verrücktheit entfernt, die viele Gründer auszeichnet. Mark Twain soll gesagt haben: „Menschen gelten so lange als Spinner, bis sich ihre Ideen durchgesetzt haben.“ Verrückt, oder?

f71805d5d6320f93ae46f40a1e6727ebEs sind die verrückten Dinge im Leben, an die man sich später erinnert. Und die besonderen Momente, die das Leben  ausmachen. Niemand erinnert sich später an eine Präsentation, die noch ganz dringend fertiggestellt werden musste und dann doch nicht so wichtig war. Das Leben ist eben wirklich viel zu kurz um immer vernünftig zu sein.
Es wird Zeit, mal wieder ganz was Verrücktes zu planen! Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens. Mach mal wieder was Verrücktes!

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Sep 03

Ode an den Cafe

Danke, geliebtes Heißgetränk, dass es dich gibt. DSCN4580

Danke für die unglaubliche Wirkung, die du jeden Morgen lieferst.

Danke, dass du oft für Inspiration und Munterkeit sorgst.

Besonders Danke, dass du meistens so wohltuend schmeckst und dass du mich immer wieder verführst.

Danke, dass du mich so oft begleitest – beim arbeiten und beim lesen, beim nachdenken oder auch beim zuhören.

Danke, dass du einen Ort geschaffen hast, an dem man dich trinken kann, an dem man sich auch verabreden und treffen kann, an dem man gemeinsam lachen kann, plaudern oder auch mal Probleme besprechen kann.
DSCN4579Danke, dass du mich begleitest im Leben – in den tollsten Momenten aber auch an unangenehmen Tagen.

Danke, dass du so unkompliziert bist und dafür, dass du doch nicht so ungesund bist, wie oft behauptet.

Heute ist dein Ehrentag: Tag des Kaffees. Der richtige Moment mal Danke zu sagen:
Schön, dass es dich gibt.

Aug 12

Industrie 4.0 ? oder besser Basic 1.0 ?

Eine zeitlang war ich großer Fan von Industrie 4.0 und Digitalisierung. Aus Überzeugung! Weil ich den technischen Fortschritt mag und ich mich viel mit Innovationen beschäftige (und lehre). Die Erwartungen sind ja auch enorm, es wird ja schon von Revolution gesprochen (und spätestens dann sollte man dem mit etwas Skepsis begegnen.) Arbeitsplatz der Zukunft:

Und manchmal kommen mir dann auch richtig konkret Zweifel. Irgendwas läuft schief. Mein Gefühl geht in die Richtung, dass es andere ‚Baustellen‘ gibt, die eigentlich viel mehr Aufmerksamkeit und Beachtung bräuchten als die Optimierung der Produktion.

Ein Beispiel aus der Realwelt: Ich habe für meinen Drucker Tintenpatronen bestellt (wohlgemerkt: August 2016). Das mag nichts Besonderes sein. Man recherchiert etwas und bestellt dann – in dem Fall bei Amazon. Auftragswert: 15 Euro und da es etwas dringend ist, lasse ich mich darauf ein, die Prime-Mitgliedschaft zu testen. Die Tinte – so wird zugesichert – sei dann am nächsten Tag da. Das war aber vor einer Woche. Continue reading

Okt 27

Das Leben ist schön!

Gerade wenn man das Gefühl hat, das Leben zerrinnt – es wird durch zu viele Termine fremdgesteuert oder andere Ereignisse betrüben die Lebensfreude, sollte man sich klar machen: das stimmt nicht!

Das Leben ist schön! So oder so, falls Zweifel aufkommen, einfach mal innehalten und die Schönheit und die vielen wunderbaren Kleinigkeiten bewusster wahrnehmen. Es ist nur verdammt kurz. Viel zu kurz, um sich mit Ärger, Gram oder miesen Gedanken aufzuhalten.

Das Leben ist NIE das was andere denken, sondern IMMER das, was man selber daraus macht.
Bewusster leben kann schon mit weniger fernsehen und mehr Rad fahren anfangen oder einfach mal einen Brief schreiben oder mal einen Tag frei nehmen und wandern gehen.

Das Leben ist schön, man erkennt es nur nicht immer auf den ersten Blick. Dann kann man ja nachhelfen.

Jun 24

Beinahe

Ein kleiner, feiner Film … in der U-Bahn in München – wo ich auch schon ca. ein halbes Jahr meines Lebens verbracht habe.

Obwohl sie sich zu oft verspätet und manchmal auch ausfällt, ist sie im Großen und Ganzen doch recht zuverlässig. Dass mit den Fahrscheinen wird wohl immer ein Ärgernis bleiben – vor allem für Touristen. Dennoch kann man sich München ohne U-Bahn einfach nicht vorstellen. Und wie bei allen Sachen, die recht selbstverständlich sind, kann man schon mal vergessen, es angemessen zu würdigen.
Schade, denn wie der Film zeigt, können die tollsten Dinge passieren:

Inzwischen schauen jedoch die meisten in ihre Telefone und / oder haben diese riesigen Kopfhörer auf. Die verpassen so etwas natürlich. Das ‚ Beinahe ‚ wird dann zum ‚ eher nicht ‚.

Mai 20

Management Portraits im Vergleich

Mit Interesse verfolge ich die Entwicklung im Management von Unternehmen, deren Lenker und Persönlichkeiten. Natürlich gibt es nicht nur die Glanzzeiten und Feierstimmungen, welche oftmals auf ‚offiziellen‘ Fotos abgebildet sind . Wesentlich spannender als die Pressefotos sind die Augenblicke der Ernüchterung und der Erkenntnis ‚Hoppla, hier ist was schief gelaufen.‘ Wenn man sich die Bilder dann im Vergleich anschaut, kann man einiges über die betrachtete Person erfahren. In der nachfolgenden Tabelle enthält die Spalte ‚Something wrong here‘ die weniger glänzenden Momente. Ich habe sie mir ganz genau angeschaut. Was verraten die Augen, was die Mundwinkel oder die Körperhaltung? Vielleicht täusche ich mich, aber die Mimik verrät in den meisten Fällen vor allem, dass man unzufrieden ist und die Ursachen eher woanders als bei sich selber sucht. Wenn die Lippen so zusammen gepresst werden, spürt man förmlich die Mischung aus Unmut, Selbstgefälligkeit und Trotz. Manchmal ist auch etwas Ratlosigkeit (z.B. Heide Simones nach der missglückten Wiederwahl) dabei, aber Selbstzweifel sind weit und breit nicht erkennbar. Das finde ich bemerkenswert. Es ist gar nicht mal so sehr der Grund für den Unmut oder ob es gerechtfertigt ist oder nicht was mich so fesselt, sondern einfach die Mimik. Ich bin davon fasziniert, was die Portraits von ein und der selben Person in zwei verschiedenen Situationen verraten kann, was wahrscheinlich sogar verborgen bleiben sollte.

Management Portraits:

‚The sky is the limit‘ ‚Something wrong here‘
File photo of Fitschen Co-CEO of Deutsche Bank Jürgen Fitschen,
CEO Deutsche Bank
Juergen Fitschen Attends Ruhr Initiative Congress
silvio-berlusconi-2-540x304Silvio Berlusconi,
Ex-Premier von Italien
Silvio-Berlusconi-_1751740a
Wölbern-Invest-owner-Heinrich-Maria-Schulte-Source-Arnold-Morascher-for-Handelsblatt schulte-540x304
Heinrich Maria Schulte,
Ex-Wölbern Invest Chef
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Thomas Middelhof,
Ex- Arcandor-Chef
 1094420452
Kaeser_Joesf300dpi-AufmacherJoe Kaeser,
CEO Siemens
joe-kaeser-108~_v-img__16__9__l_-1dc0e8f74459dd04c91a0d45af4972b9069f1135Ein möglicher Grund könnte hier zu finden sein:
‚Der Mann, der Josef Käser über den Tisch zog.‘
(Bilanz Magazin Mai 2015, S.26)
11527620 Uni Bayreuth prueft Plagiatsvorwuerfe gegen zu GuttenbergKarl-Theodor zu Guttenberg,
Ex-Verteidigungsminister
_41368874_apotheker203afpLeo Apotheker,
Ex-HP/SAP-Chef
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simonis_heide_spd.jpg;jsessionid=EF502588B726867DD580C0A134D198BBHeide Simonis,
Ex-Ministerpräsidentin Schleswig-Holstein
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Blatter0901_468x337 Joseph-Blatter Joseph Blatter, FIFA Präsident
Fotos: Handelsblatt, FAZ, SZ, WiWo, Welt, Abendblatt

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Wow, selbst als US-Geheimdienstchef gibt es wohl Grund für Ärgernisse – in dem Fall über den BND.
Freunde werden die sicher nicht mehr, aber es ist ja auch eine Frechheit, wenn die Krauts nicht mehr das machen wollen, was der mächtigste Spionage-Boss will, „Alles Flaschen!“

Mrz 25

Wie man immer Neukunde bleibt

Nicht der Kunde ist König, sondern ‚Der Neukunde ist König‚. So müsste es neuerdings heißen.

Schon immer war es wohl so, dass Unternehmen ihre Kunden irgendwie in ‚Bestandskunden‘ und ‚Neukunden‘ einteilten. Nun scheint diese Praktik einer Entwicklung zu weichen, die man durchaus als überhitzt bezeichnen kann. Denn was mal harmlos begann – Neukunden bekamen eine kleine Aufmerksamkeit zum neuen Vertrag, entwickelt sich zu einem wahren Wettkampf. Viele Märkte sind gesättigt, Wachstum ist nur über Verdrängung möglich. Das bedeutet: Abwerbung. Das bedeutet aber auch, jeder Bestandskunde ist für andere Firmen potentieller Neukunde.
Man kann nun beobachten, dass sich viele Firmen vor allem auf die Gewinnung von Neukunden konzentrieren, Vertrieb und Marketing sehen das als eine ihrer Hauptaufgaben. Für Bestandskunden fühlt sich traditionell kaum jemand verantwortlich. ‚Customer Service‘ wäre geeignet, in der Regel treten die jedoch nur noch bei Problemen bzw. nur bei massiven Problemen (bei kleineren Problemen gilt immer öfter: ‚help yourself‘).

Nun ist es ja so, dass Kunden auch dazu lernen. In dem Fall z.B.: als Neukunde bekommt man den besten Service, als Bestandskunde ist man in der Regel Bittsteller. Das führt dazu, dass man eigentlich immer Neukunde bleiben möchte. Wie geht das? Nun, sobald ein neuer Vertrag abgeschlossen ist, sollte man sofort kündigen, SOFORT!

Viele Unternehmen wollen ihre Kunden ja erziehen – man denke nur an die Entwicklung zur Selbstbedienung (und nun auch Selbstbezahlung z.B. bei IKEA) Die Kunden lernen jedoch auch dazu. Und als Bestandskunde steigt nicht unbedingt die Zufriedenheit, wenn man zwar mit dem Service zufrieden ist, jedoch erkennen muss, dass man als Kunde 2.Klasse behandelt wird

Und so kann man als Kunde auch seinen Lieferanten oder Serviceanbieter erziehen, zumindest ein stückweit. Diese sind zwar irritiert, aber vielleicht bewirkt es ja etwas.

Jan 22

Das Butterbrot

Eine Scheibe frisches Brot – z.B. das 1331 von der Hofpfisterei – mit guter Butter bestrichen und mit etwas Salz bestreut (oder wahlweise auch kleingeschnittener Knoblauch) – ist ein Hochgenuss und man fragt sich ‚Was gibt es Schöneres?‘ Ein herzhafter Biss in den festen Rand und das zarte Innere verschmilzt mit der Butter zu einer unbeschreiblichen Köstlichkeit – purer, reiner Köstlichkeit. Das Faszinierende daran ist, es muss genau so sein und aus welchem Grund auch immer, man wird nicht überdrüssig! In der Kontinuität liegt das Gemeimnis. Bei aller Hektik des Alltages und der permanenten Veränderung – BESSER, SCHNELLER, EFFIZIENTER usw. geht das Beständige schnell unter. Ein Vergleich mit den von Lebensmittelchemikern ‚verbesserten‘ Brotsorten aus dem Supermarkt verdeutlicht die Misere. Bestimmte Sachen muss man vor der Veränderung und den Verbesserungsbestrebungen einfach schützen. Das (richtige!) Butterbrot gehört einfach dazu!

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Aus der Butterbrot-perspektive erscheinen übrigens das Griechenland-Debakel oder andere Verwerfungen der Weltpolitik geradezu lächerlich. Das Butterbrot – es ist die Konstante im Leben!
Foto: pixabay

Dez 31

Niemand mag Socken …

Wirklich? Jedenfalls behauptet es die Werbung, die recht penetrant in der Vorweihnachtszeit ausgestrahlt wurde:

Also auf mich trifft das nicht zu. Ich mag Socken, vor allem wenn sie passen. Vielleicht habe ich deshalb auch zu Weihnachten gleich 2 Paar bekommen. Dass Socken nun das Synonym für ein fades Geschenk ist, sei es drum, damit kann ich leben. Was aber ziemlich nervt, ist der gesellschaftliche Druck, der durch solche Werbung gewollt ist und zwangsläufig auch sehr verbreitet entsteht: immer größere, immer tollere und vor allem teurere Geschenke. Der Konsumwahn wird befeuert, bis es weh tut. Merkwürdig, bei mir bewirkte es wohl das Gegenteil. Ich beschloss zum Jahresende im neuen Jahr 2015 überhaupt keine Bekleidung zu kaufen, weder für mich, noch für jemand anderen. Einzige Ausnahme könnten Laufschuhe sein, die bei mir relativ zügig verschleißen und dann ersetzt werden müssen. Ansonsten: nichts.

Ob ich das schaffe? Klar, Socken habe ich ja genug, ansonsten denke ich habe ich von allem genug. Mut macht mir übrigens, dass das wohl schon mal jemand ausprobiert hat, der sicher von Hause aus schon mehr Sachen ‚braucht‘:

Das ist mein Beitrag zur Nachhaltigkeit dieses Jahr. Wenn sich das rumspricht und Schule macht, sind sicher einige froh, wenn sie wenigstens noch Socken verkaufen.