Nov 04

Das Leben …

CaptureEs schadet nicht, sich ab und zu zu vergegenwärtigen, dass das Leben eine begrenzte Sache ist. ‚Life is short‘ . Zu jeder Zeit sollte man das Beste daraus machen, es gibt immer die Gestaltungsoption. Nichts zu tun ist selten eine guter Plan, meistens nur Bequemlichkeit. Es geht auch nicht darum, die Erwartungen von anderen zu erfüllen. Der Maßstab sind immer die eigenen Vorstellungen und Träume. Das klingt vermeintlich egoistisch aber verlangt  durchaus Verantwortung und die Klarheit gegenüber dem eigenen Tun. Das fehlt vielleicht noch in der Liste.
Danke für die Zusendung. Es erinnert mich daran, mehr darauf zu achten, unbequem zu sein.
Astrid Lindgren (aus Pipi Langstrumpf): „Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar!“

Okt 29

Herbst oder die Quadratur des Blattes

Pünktlich mit dem Beginn des Herbstes stellen sich tatsächlich auch die typischen Erkennungsmerkmale für die neue Jahreszeit ein. Einige Menschen setzen nun sogar kurz die Sonnenbrille ab andere tragen schon Handschuhe und arbeiten schon am Singledasein selbiger.

Als Kinder haben wir früher ab und zu Kastanien gesammelt. Wenn die Früchte der stacheligen Schale entkamen waren sie prall und glänzend. Leider traten die Biester wohl mit ihrer Inhaftierung in den Hungerstreik, denn nach kurzer Zeit sahen sie recht schrumpelig aus. Bei größeren Mengen war es dann an der Zeit sie in den Tierpark zur Verfütterung zu bringen. Hier freute man sich jedoch selten so richtig über die Futterquelle Kastanie, irgendwie hatte ich immer das Gefühl, die Tierparkwächter müssten sie nicht zu Rotwild und Schwarzkittel auf den Teller sondern sie selber müssten sie essen und schauen deshalb so verstört. Vielleicht war es der Grund dafür, warum das Blätterrascheln so beliebt war:

Irgendwann im Spätsommer merkt das Blatt, obwohl es noch recht kräftig ist, dass es immer anstrengender wird, sich am Baum festzuhalten. Nach einer durchzechten Nacht ist es dann soweit, das Blatt gibt auf. Es verabschiedet sich von den Nachbarn, traurig lässt es los und fällt hinab. Es ist nicht das erste hier unten, liegt aber nun oben auf. So oder so ähnlich entstehen die beliebten Biotope zum rascheln. Ideal ist es, wenn die Blätter trocken sind, und nicht zu klein. Ahorn ist ideal, Eiche fast schon zu klein. Wenn man nun schwungvoll in den Blätterhaufen tritt, fliegen sie hoch, wirbeln durch die Luft und landen mit einem sonderbar zischelnden Geräusch ganz woanders. Ich habe dieses ungestüme Verwirbeln der Blätter und das kichernde Rascheln immer sehr gemocht.  Auch Spazierengehen und mit jedem Schritt dieses Rascheln erzeugen ist eine Wohltat. Auch heute noch versuche ich es im Herbst, so oft es eben geht. Leider werden die Möglichkeiten weniger seit Scharen von Laubbläsern dafür sorgen, dass die kraftlosen Blätter so schnell wie möglich verschwinden. Ein Jammer, sowohl die nervigen, krachmachenden Laubbeschleuniger als auch die dadurch immer seltener werdenden Lauboasen. Außerhalb der Städte gibt es sie aber noch, sogar einige größere Gebiete kenne ich. Wobei die Spots viel geheimer als gute Pilzstellen behandelt werden.

Und man muss sich beeilen, noch sind die Bedingungen ideal. Sobald aber die Herbststürme einsetzen, ist es vorbei mit der Ausgelassenheit.

Aug 25

Neuerscheinung: ‚Die Weisheit der Roulettekugel‘

Neuerscheinung
Neuerscheinung: In den nächsten Tagen wird das neue Buch im Buchhandel erscheinen. Worum geht es? Über Innovationen, klar. Warum tun sich große Unternehmen so schwer damit, Innovationen – insbesondere radikale Innovationen – hervorzubringen? Das Bild oben zeigt die Situation im (sehr vereinfachten) Überblick. Die meisten operieren in der Comfort-Zone vor sich hin und tun alles, um auch ja dort zu bleiben. In den Organisationen haben es viel zu viele Thomas Middelhoffs und zu wenige Steve Jobs. Dadurch bleibt es immer schön so wie es ist. Das ist fatal, man sollte diese Zone der Bequemlichkeit ab und zu verlassen. Warum genau und wie das am besten geht, wird im Buch beschrieben.
Es ist ein tolles Gefühl, nach über drei Jahren der Erarbeitung endlich das erste Buch in den Händen halten zu können. In den nächsten Tagen kommt es dann sicher in den Buchhandel und man kann es dann z.B. hier bestellen:

Zur Neuerscheinung gibt es auch ein Video. Es zeigt Hintergründe und stellt die Effekte vor. Beispielsweise den Pionier-Effekt, er ist die Möglichkeit, das Unternehmen Richtung Neuland zu steuern.

Mehr zum Thema Innovation-Roulette und zur Neuerscheinung findet man hier.

Jul 24

Wie ein Elefant landet

[embedplusvideo height=“415″ width=“688″ editlink=“http://bit.ly/170gyIG“ standard=“http://www.youtube.com/v/Qe7shjQ7xx4?fs=1&hd=1″ vars=“ytid=Qe7shjQ7xx4&width=688&height=415&start=&stop=&rs=w&hd=1&autoplay=0&react=1&chapters=&notes=“ id=“ep3042″ /]Immer wieder kann ich mir den Film anschauen…. ein Elefant landet, so ähnlich wie ein Flieger auf dem Flugplatz landet. Faszinierend, so ein Landeanflug – die Ohren dienen als Leitwerke. Wie ein Flugzeug dreht er sich in den Seitenwind. Statt auszurollen läuft er kurz aus. Bei soviel Erhabenheit fällt kaum noch auf, dass es ja eigentlich gar nicht geht.
So schön kann Werbung sein. Bei den vielen schlechten Werbungen (Carglas) vergisst man das fast …

Mrz 15

„Spaß beiseite“

Jeder hat es schon einmal erlebt: Irgend jemand sagt „Spaß beiseite“.
Der harmlose Fall erwächst aus einer Eltern-Kind-Situation, wenn es die kleinen Racker etwas zu bunt getrieben haben und das erziehende „Spaß beiseite“ soll wohl signalisieren, ‚jetzt ist endgültig Schluß mit [der Rumalberei, wahlweise ersetzen mit anderen Tollereien]‘ und somit wird Ernsthaftigkeit eingefordert für nachfolgend anspruchsvollere Aufgaben oder einfach nur zur Risikominimierung, bspw. beim Essen oder so.
Der andere Fall hingegen ist eher peinlich: Es hält jemand eine Rede und mitten im monotonen Redefluß … das Publikum hat sich schon mit eigenen Gedanken angefreundet … kommt es wie eine Peitsche: „Spaß beiseite“. Jetzt wissen alle, dass etwas schwach humoriges voran ging. Erst kürzlich habe ich es wieder in einer Moderation miterlebt und seit dem grüble ich, warum sich jemand wohl so leichtfertig disqualifiziert. Denn sind wir ehrlich, es ist einfach nur grotesk. Falls etwas wirklich lustig ist, kann man nach dem Lachen die Rede fortsetzen. In weniger lustigen Situationen sollte man nicht noch darauf hinweisen, dass der Witz nun wirklich krepiert ist.
Ich werde das „Spaß beiseite“ Phänomen mal weiter verfolgen und ggf. über neue Anwendungen oder Entwicklungen berichten. Solange kann ich nur den Vortrag von Sir Ken Robinson empfehlen, er war und ist Vorbild für mich:

Jan 29

Montag morgen …

Montag morgen ist ja ein recht kritischer Zeitpunkt für uns Menschen die dem gnadenlosen Wochenzyklus unterliegen. Der Körper schaltet vorsichtig von Spaß auf Ernst. Betroffene gehen damit unterschiedlich souverän um. Die einen sind bis Mittwoch schlecht gelaunt, andere die ganze Woche. Wieder andere machen das Wochenende gleich durch, um die schwierige Anlaufphase Montag früh zu vermeiden. Und dann gibt es auch Menschen, die sind eigentlich immer gut drauf. Oder es liegt an der Süddeutschen Zeitung. Die gibt sich nämlich Montag besonders Mühe, den Lesern die kritische Montag-Morgen-Phase zu versüßen. So jedenfalls interpretiere ich die immer Montags erscheinende Rubrik ‚Führungsspitzen‘ im Wirtschaftsteil. Der Artikel ist meistens recht originell und witzig geschrieben und meistens geht es um Manager und deren Verhalten. Das ist zwar nicht immer lustig aber die unkonventionelle Redaktion finde charmant und erfrischend.
Diesen Montag – um endlich zum Thema zu kommen – ging es um die gestresste Manager-Spezi im Allgemeinen und die überlasteten Berater im Besonderen. Frau Deckstein lässt und wissen, dass die Aufmerksamkeitskapazität eines Meschen gegrenzt ist. Immer größere Anteile davon müssen für SMS, Telefon, e-mail und Twitter & co. geblockt werden. Die gute Nachricht: es bleibt eine Restaufmerksamkeit für die eigentliche Arbeit erhalten. Wer ahnte sowas nicht schon? Nun haben wir es schwarz auf weiß und es kommt noch besser. In einem Versuch wurde die Leistungsfähigkeit von zwei Gruppen verglichen. Eine Gruppe hatte zuvor heftig gekifft (Marihuana glaube ich wurde das Gerauchte genannt) und die andere wurde mit SMS, e-mail und Telefonanrufen bombardiert. Das überraschende Ergebnis: die Kiffer waren leistungsfähiger. Diese Erkenntnis ließ mich die ganze Woche schmunzeln, besonders als ich einen gestressten Manager traf. ‚Hoffentlich kifft der nicht noch‘, dachte ich.
Und so freue ich mich schon wieder auf Montag.