Eyjafjallajökull

Ein Vulkan spukt Asche und in halb Europa legt ein Flugverbot den Luftverkehr lahm. Tausende Reisende sitzen fest, sogar die Produktion bei BMW muss gestoppt werden. Ein überraschendes Ereignis und nun, ein paar Tage später läuft der Flugverkehr schon fast wieder normal. Interessant an diesem Vorfall sind vor allem zwei Dinge. Zum einen wird den Menschen mal wieder bewusst, dass trotz aller verfügbarer Technik und entwickelter Technologie die Natur ein Eigenleben führt und zum Teil unkalkulierbar ist. Mehr Demut gegenüber unserer Umwelt scheint angebracht und die Erinnerung, dass wir Menschen Gast sind auf der Erde und die Erde ohne uns weiter existiert aber eben nicht umgekehrt.
Das andere wirklich erstaunliche an dieser Ereigniskette – Vulkanausbruch – Aschewolke – Flugverbot – dass niemand mit absoluter Sicherheit sagen konnte, was da eigentlich passiert war und welche Konsequenzen das haben wird. Die Datenlage war sehr dünn, Messergebnisse erst nach Tagen verfügbar. Da Sicherheit nun einmal vorgeht, hat die Flugsicherung den Luftraum gesperrt. Das ist nachvollziehbar und absolut verständlich. Nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn auf Grund der Aschewolke Menschenleben zu beklagen gewesen wären. Das wirklich erstaunliche an der Situation ist jedoch, dass viele der Beteiligten sich eine Meinung auf Grund des vorliegenden Halbwissens bildeten und darin stark beeinflusst durch die Auswirkungen waren. Die Airlines waren die ersten, die das Flugverbot in Frage stellten, viele Passagiere waren hin und her gerissen zwischen Sicherheitsbedenken und den Unannehmlichkeiten. Niemand wusste etwas Genaues aber viele der Beteiligten meinten mehr zu wissen und meldeten sich wortgewaltig. Alles war Spekulation! Eine besonders traurige Figur machte wieder einmal die Politik – allen voran Herr Ramsauer. Man kann sich nur immer wieder wundern, wie und vor allem warum solch Orientierungslose auf Ministerposten gehievt werden.
Bis heute ist nicht genau zu ermitteln, ab welcher Größe die Partikel der Asche den Triebwerken schaden. Wäre nicht genau das mal ein erster Schritt, damit im Wiederholungsfall (z.B. falls der Katla aktiv wird) nicht wieder alle nur spekulieren und im Geschrei von Halbwissen der Sicherheitsaspekt gerade noch so durchsetzen kann?

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