App-isierung im Alltag

Nun ist es passiert. Ich konnte zum ersten mal beobachten, wie einSketch App-isierunge Frau gegen eine Laterne lief. Welch ein Spaß! Ich schämte mich nicht einmal ob der Schadenfreude, die man mir sicher auch ansah.Ursache der Kollision war offensichtlich das Smartphone bzw. die tunnelblick-artige Vertiefung in eine der Apps (vielleicht teilte man gerade auf Facebook mit, dass man nun den Bahnhof zu Fuß verließ). Vor 170 Jahren war es der Hans-guck-in-die-Luft. Auch als Struwelpeter bekannt machte er sich zum Trottel. Das Prinzip ist heute das gleiche, nur die Ursache ist eine andere.

Ich vermute, in Zukunft wird so etwas öfter passieren: Zombie-Fussgänger laufen auf Grund: im harmlosen Fall einfach vor eine Laterne, weniger harmlose Zwischenfälle sind durchaus auch vorstellbar und der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt.
Die Mahner und Deuter der Republik weisen ja schon seit längerem auf den nicht unbedingt positiven Einfluss der Smartphones auf das Verhalten der Nutzer hin. Die Kommunikation verändere sich dramatisch, durch die App-isierung verlernen die Leute das Reden. Nun, die neuen Befunde rufen sicher schon die ersten Parlamentarier auf den Plan: Gesetze müssen her, Schutz der Fußgänger vor sich selber – am besten per Helm. Die Technik-Lobby sieht dem sicher gelassen entgegen: eine neue App könnte helfen. Sie warnt den Nutzer dann vor Kollisionen. Tja, das ist der Zeitgeist, immer weniger Zeit und immer weniger Geist.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert