Mein Lieblingsmonat

Würde mich jemand nach meinem Lieblingsmonat fragen, würde ich vermutlich spontan mit „Ganz klar, Mai“ antworten. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto unsicherer werde ich:
„Wieso ausgerechnet  der Mai?“ platzt auch schon der Gedanke, der allem immer auf den Grund gehen will, heraus. „Jeder Monat ist doch tollI, ist es nicht das ganze Jahr schön?“ meldet sich der Gedanke, der ständig auf Harmonie aus ist. „Nein, nein, nein“ entgegnet der Querulant. „Es muß doch möglich sein, den coolsten Monat zu benennen, ich glaube ja, ihr wollt euch nur vor der Entscheidung drücken.“ Jetzt ist richtig Stimmung in der Zentrale. „Aber nach welchen Kriterien sollen wir wählen?“ wirft der Schlaumeier aus dem Hintergrund ein. „Anzahl Tage, Anzahl Sonnenstunden, oder doch die Anzahl der Feiertage pro Monat.“ ereifert sich der Streber aus dem Stammhirn. „Ihr denkt alle viel zu kompliziert.“ schaltet sich der Gedanke mit Nickelbrille aus dem hinteren Kleinhirn ein. Eine kurze Pause entsteht. „Ist es nicht der Frühling, der die Farben ins Jahr bringt, an dem die Vögel ihre Nester bauen, die Tage sind schon länger hell und es ist noch nicht so heiß wie im Sommer. Im Mai fangen die meisten Blumen an zu blühen und die Menschen sind nicht mehr so dick eingemummelt“ bemüht sich der immer vorlaute Gedanke um Schlichtung (und lehnt sich dabei sehr weit aus dem Großhirn)
„Das Jahr erwacht und deshalb sollte der Mai der Lieblingsmonat sein“
Schmollend erwidert der Minigedanke aus dem Thalamus: „Naja, es ist ja eine subjektiv-persönliche Meinungssache, jeder kann ja trotzdem seinen eigen Lieblingsmonat haben.“ Jetzt rollen die meisten mit den Augen.
Und so freue ich mich auf den Mai, und ich sehe noch wie der vorlaute Gedanke den Zeigefinger hebt.

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